Ein Gedankensplitter mit dem man zu verstehen versuchen kann, warum Steve Jobs ein außergewöhnlicher Mensch war und viele Einsichten in seinem Leben erreicht hat, für die andere mehrere bräuchten, zeigt dieser Videoausschnitt aus einer Dokumentation.
Viele bezeichnen Steve Jobs als echten Entrepreneur und Unternehmer, mit diesen klaren Worten kann Steve nun auch als natürlicher Effectuator par excellence bezeichnet werden.
Hier das Transkript zu dem Video:
Wenn Du aufwächst erzählt man Dir, dass die Welt so ist, wie sie ist und Dein Leben darin besteht in dieser Welt zu leben. Versuche nicht allzu stark gegen diese Wände zu rennen. Versuche eine nette Familie und Spaß zu haben, spare ein bisschen Geld.
Das ist ein sehr limitiertes Leben. Das Leben kann sich stark erweitern, sobald Du eine simple Tatsache erkennst: Alles um Dich, was Du Leben nennst, wurde von Menschen gemacht, welche nicht besser sind als Du, Du kannst es ändern, Du kannst es beeinflussen und Du kannst Deine eigenen Dinge konstruieren, die andere Menschen nutzen.
Erst wenn Du das gelernt hast, wirst Du nie wieder derselbe sein.
Effectuatoren erkennen eben nicht nur Opportunities, die vom Markt, von Anderen … geschaffen wurden, sie schaffen sie selbst durch neue innovative Ideen, Produkte und Märkte. Unbedingt das Video im Originalton ansehen und wirken lassen!
… und den Unternehmergeist in Vielen weckt. Zum Beispiel durch eine unternehmerische Gesellschaft, Menschen mit erwachendem Unternehmergeist und durch Effectuation!
(von FRANK STRONACH) Wir dürfen Menschen nicht behindern, die bereit sind, unternehmerisches Risiko einzugehen. Sie sind es, die für neue Betriebe und Arbeitsplätze sorgen. In meiner unternehmerischen Laufbahn habe ich sehr hart gearbeitet und viel Zeit und Geld investiert, um meinen Betrieb aufzubauen. Ich habe dies aber aus Überzeugung getan, um meine Firma erfolgreich zu machen und wirtschaftlich unabhängig zu sein. Wir müssen ein System entwickeln, welches Unternehmertum fördert. Konkret geht es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, die für Menschen einen Anreiz bilden, Unternehmen zu gründen. Tun wir dies nicht, dürfen wir uns nicht wundern, dass es immer weniger Personen gibt, die ihr Kapital zur Gründung eines Unternehmens einsetzen und viel persönliche Zeit aufwenden, um einen Betrieb von Grund auf aufzubauen. Wir brauchen vor allem ein Steuersystem, welches Wirtschaftswachstum fördert und Anreize für Unternehmensgründungen schafft.
Wir brauchen Menschen, die bereit sind, etwas zu riskieren, die neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die an ihre physischen und psychischen Grenzen gehen – und die damit auch zum gesellschaftlichen Fortschritt und zur Verbesserung unseres Lebensstandards beitragen. Genau diese Art von Unternehmertum müssen wir fördern. Die Industrie, in der ich die meiste Zeit meines Lebens gearbeitet habe, bildet ein gutes Beispiel. Warum sollte jemand Geld investieren um eine Fabrik zu bauen, Maschinen zu kaufen und Arbeiter anzustellen, wenn er mit dem Kauf von Anleihen mehr Geld verdienen könnte?
Am Arbeitsplatz sieht es ähnlich aus. Wenn Mitarbeiter hart arbeiten und wesentliche Beiträge zum Geschäftserfolg leisten, erwarten sie eine bessere Bezahlung. Das ist menschlich. Niemand wird um weniger Geld härter arbeiten. Und niemand wird das Risiko eingehen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, wenn die Perspektiven nicht stimmen. Ich bin Menschen gegenüber skeptisch, die sagen, dass Geld für sie keine Rolle spielt. Geld ist zweifelsohne ein starker Antrieb, auch wenn es letztlich nur ein Mittel darstellt, um andere Dinge zu verwirklichen. Geld darf aber niemals das einzige Ziel darstellen. Sobald dies der Fall ist, sobald man alle Aktivitäten nur auf Geld ausrichtet, kann man kaum wahre Größe erreichen. Ich beobachte mit Sorge, dass wir uns als Gesellschaft immer weiter davon entfernen, Menschen zu ermutigen als Unternehmer oder Erfinder tätig zu sein. Das ist bedenklich, denn dadurch gefährden wir einen der wichtigsten Antriebe für unseren Wohlstand
„Träume wieder, mach das Machbare, dann setze es offensiv um!“ ist der Dreiklang der Ideen hinter dem Buch „Effectuation – Unternehmergeist denkt anders!“. Es sind die Basistöne um nicht nur Neues zu starten, sondern um auch gemeinsam Zukunft zu schaffen, wie es die erfahrenen Unternehmer machen. Wie dass konkret geschehen kann, dass können wir von den unternehmerischen Serientätern lernen.
Der Frage, was ein Entrepreneur ist, bin ich in dem Artikel „Berufsbezeichnung – Entrepreneur?“ nachgegangen. Guy Kawasaki trifft es dabei mit folgender Aussage sehr gut:
Entrepreneur ist keine Berufsbezeichnung. Es ist die Geisteshaltung von Menschen, die die Zukunft verändern möchten.
– Guy Kawasaki (Nicht-CEO bei Yahoo! & Venture Capitalist)
Für diesen Beitrag möchte ich mich jedoch einer speziellen Gruppe von unternehmerisch denkenden und handelnden Menschen widmen – den unternehmerischen Serientätern.
Unternehmerische Serientäter?
Die Serial Entrepreneurs, Serienunternehmer oder auch Mehrfachgründer sind jene Unternehmer, die mehr als ein Unternehmen gegründet haben. Sie sind meistens immer nur an einer Unternehmensgründung bzw. einem Projekt zur gleichen Zeit beteiligt und ziehen sie sich zu einem späteren Zeitpunkt aus einer aktiven Rolle im Unternehmen zurück oder verkaufen das Unternehmen, um sich einem neuen Unternehmen und Projekt zuzuwenden.
Was zeichnet diese Serientäter, wie z. B. Richard Branson, jedoch aus? Sie sind erfahrene Entrepreneure (Experten) und denken und handeln dadurch anders, als man auf der gemeinen Schule, auf den klassischen Business Schools, im Gründerkurs … lernt.
Genau mit dieser Gruppe von Menschen beschäftigt sich seit über 10 Jahren eine stetig wachsende Forscher- und Praktikergruppe. Die Auseinandersetzung und Umsetzung der daraus identifizierten Prinzipien der unternehmerischen Wirksamkeit (Effectuation) ist das empirisch und praktisch abgesicherte Ergebnis dieser Arbeiten.
Die mentalen Modelle (Heuristiken) erfahrener Unternehmer unterscheiden sich dabei wesentlich von denen unerfahrener Unternehmer und auch klassischer Manager. Effectuation erhebt keinen absoluten Anspruch auf universelle Gültigkeit und Wirksamkeit, ist jedoch eine gute Richtschnur dafür, wie man unter Situationen großer Ungewissheit sowohl Risiken minimieren kann, als auch stetig handlungsbereit und umsetzungsfähig ist. Erfahrene Unternehmer haben ein Wissen dafür entwickelt, wann welche Methoden zu den besten Resultaten führen. Die Hintergründe und Entstehung dieser mentalen Modelle können auch in meinem Artikel „Effectuation: Unternehmer machen Zukunft“ – oder umfangreicher im Buch zu diesem Thema – nachgelesen werden.
Entrepreneure sind Macher!
Die Macherqualitäten die sich die Serientäter durch ihre Erfahrung angeeignet haben, ermöglichen ihnen auch ohne fixe Ziele bzw. mit flexiblen Zielen oder einer von Anfang an klaren Zielgruppe ihre Idee, ihr Unternehmen und Projekt rasch voranzutreiben. Deshalb ist zu Beginn dieser Karrieren nicht immer die klare Idee, ein fixes Ziel, Marktanalysen, ein Business Plan … der Ausgangspunkt für eine Unternehmensgründung, sondern die eigenen Mittel und Ressourcen – sie wissen, was wirkt.
Sie …
machen, und nicht nur einfach nach dem Slogan „Just Do it!“, sondern sie tun es („Do it!“).
machen, das Machbare, indem sie ihre Mittel und Ressourcen (Wissen und Kompetenzen, Identität und Netzwerke) kennen (lernen), damit experimentieren und zuerst nutzen.
definieren die maximal mögliche Investition an Zeit, Geld, Personal, Nerven … und nicht den erwarteten Gewinn. Es gilt der leistbare Verlust (wie viel kann ich einsetzen ohne meine Unternehmung zu gefährden).
halten ihren Unternehmergeist in alle Richtungen offen, und sind bereit Zufälle und Überraschungen zu ihrem Vorteil zu nutzen.
denken in Partnerschaften und suchen Gleichgesinnte für Vereinbarungen und „Vorvereinbarungen“ zu ihrem Unternehmen und Projekt.
nutzen Echtzeitdaten – die unmittelbar in die Idee, das Produkt, das Projekt … einfließen – und keine Marktforschung.
schreiben nicht nur einen Business Plan, sondern viele, da sich die Ideen, Partner und Möglichkeiten laufend ändern.
steuern und kontrollieren ihre Aktivitäten anstatt Trends vorherzusagen! Es gilt nicht ”was wir vorhersagen können, können wir kontrollieren”, sondern “was wir kontrollieren können, brauchen wir nicht vorherzusagen”.
Vor bereits über einem Jahrzent entdeckte Saras Sarasvathy, dass erfahrene Entrepreneure anders denken und handeln, wenn sie Unternehmen gründen, neue Produkte und Märkte schaffen – sie reduzieren dabei ihr Risiko zu scheitern und kommen schneller zum Umsetzen neuer Ideen, als z. B. unerfahrene Gründer! Sie beschrieb in der Theorie der Effectuation die entscheidenden Heuristiken (Daumenregeln) erfahrener Entrepreneure. Effectuation wurde seitdem nicht nur empirisch als Denk- und Handlungsmodell mehrmals bestätigt, sondern in vielen praktischen Anwendungsbereichen erprobt. 2008 veröffentlichte sie erstmals ihre Forschungsergebnisse aus 10 Jahren in Buchform mit „Effectuation: Elements of Entrepreneurial Expertise„.
TEDxMidAtlantic ist eine unabhängig organisierte TED (Technology Entertainment Design) Konferenz, die weltweit stattfinden und die spannensten Redner und Rednerinnen mit ihren Ideen auf das Podium bringen. Nach Baltimore (2009) fand das diesjährige Event in Washington D.C. statt. Saras Sarasvathy war eine der spannenden Rednerinnen – ihr Beitrag ist nun auch auf YouTube in voller Länge verfügbar.
„Zukunft – das ist die Zeit, in der Du bereust, dass Du das, was Du heute tun kannst, nicht getan hast."
Das klingt nach Prokrastinationswarnung. Ist es auch. Aber es steckt mehr drin.
Was der Aphorismus eigentlich beschreibt
Es beschreibt eine bestimmte Haltung zur Zeit: Die Zukunft ist ein Ort, der auf uns zukommt. Wir warten. Wir analysieren. Wir bereiten uns vor. Und irgendwann — wenn die Bedingungen stimmen, wenn das Risiko überschaubar ist, wenn wir genug wissen — dann handeln wir.
Das Problem: Die Bedingungen stimmen selten vollständig. Das Risiko bleibt. Und die Zukunft, die wir so sorgfältig abgewartet haben, gehört dann oft jemand anderem.
Der Pilot sitzt nicht im Warteraum
Saras Sarasvathy hat in ihrer Forschung zu unternehmerischem Denken einen Begriff geprägt, der sich seitdem nicht mehr aus meinem Kopf verdrängen lässt: Pilot-in-the-Plane. Nicht als Handlungsanweisung — als Grundhaltung. Erfahrene Unternehmer behandeln die Zukunft nicht als etwas, das man vorhersagt, sondern als etwas, das man mitgestaltet. Sie sitzen am Steuer. Sie wählen Kurs, passen an, reagieren auf das, was auftaucht. Nicht weil sie alles wissen. Sondern weil sie handeln.
Sarasvathys Formulierung ist präzise:
„To the extent that we can control the future, we do not need to predict it."
Das ist kein Freibrief für Leichtsinn. Es ist eine Umkehrung der Denkrichtung.
Reue als Diagnoseinstrument
Zurück zum Aphorismus. Die Reue, die er beschreibt, entsteht nicht aus Unwissen. Sie entsteht aus Inaktivität. Aus dem Warten auf den richtigen Moment, der nie genau so kommt wie erwartet.